
Neues Erinnern – alte Geschichte(n). Umbruch und Kontinuität in Gedenkstätten und Erinnerungsorten
Freitag, 18. November 2022,
Gemeindehaus der Lutherkirche
Moislinger Allee 98, 23558 Lübeck
Gedenken und Erinnern an deutsche Zeitgeschichte sind auf vielen Ebenen in Bewegung geraten. Besonders die Debatte um die Zukunft der Erinnerungskultur bewegt viele Menschen. Meist geht es dabei um zeitgemäße, antirituelle und auf junge Menschen konzentrierte Formen der Vergegenwärtigung der NS-Verbrechen und des SED-Unrechts. Aber auch die historische Forschung und der gesellschaftliche Wandel verändern die Voraussetzungen für das öffentliche Erinnern. Wie wirkt sich das auf den Arbeitsalltag in Gedenkstätten, zeitgeschichtlichen Museen und Initiativen aus? Oft wird auch debattiert, in welchem Verhältnis die unterschiedlichen Verfolgungskomplexe und Ereignisse zueinander sowie die Kulturen des Erinnerns zu gegenwärtigen Herausforderungen stehen.
Vor diesem Hintergrund widmet sich die 2. Gemeinsame Gedenkstättentagung Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein dem Gedenken, Erinnern und Lernen in der Hansestadt Lübeck – und deren Leerstellen. In Gedenkstätten und Museen, auf Friedhöfen und an Jahrestagen, mit der jährlichen Veranstaltungsreihe "Zeit des Erinnerns – für die Zukunft" und Ausstellungen, mit Vorträgen und Denkmälern wird in der Stadt die Geschichte des 20. Jahrhunderts vergegenwärtigt. Insbesondere die Zeit des Nationalsozialismus steht dabei im Vordergrund, daneben geht es auch um die Jahrzehnte der deutschen Teilung, da Lübeck bis 1989 Grenzstadt zur DDR war. Ein besonderer Fokus der Lübecker Erinnerungskultur richtet sich auf den verheerenden Luftangriff der Royal Air Force ("Palmarum 1942") auf die Hansestadt.
Die Tagung führt in die Erinnerungs- und Gedenklandschaft Lübecks ein, diskutiert mit maßgeblichen Akteur*innen den aktuellen Stand der Weiterentwicklung der städtischen Erinnerungskultur und stellt wichtige lokale Brennpunkte der Auseinandersetzung mit dem "Zeitalter der Extreme" (Eric Hobsbawm) eingehend vor.
Das Tagungsprogramm finden Sie hier.

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